BarceLOVEna, der Play-Button zu meinem neuen Leben

Das Reisen ist schon mein ganzes – naja, halbes – Leben meine grosse Leidenschaft. Ich liebe es, dem Alltag zu entfliehen und dabei neue Länder und Kulturen zu entdecken. Seit gut vier Jahren reise ich regelmässig alleine, bzw. auf eigene Faust. Mehr dazu dann gerne in meinen künftigen Postings.

In diesem Beitrag möchte ich ein paar Hintergründe darlegen, die zur starken Ausprägung meiner Leidenschaft fürs Reisen generell und fürs Alleinreisen im speziellen geführt haben und welche Rolle Barcelona dabei spielt.

Mein altes Leben…

Früher, in meinem „alten Leben“, bereiste ich zusammen mit meinem Ehemann die Welt. Wir taten dies grossmehrheitlich per Camper. Quer durch Australien, Amerika, Kanada, Kenia, Südafrika, Skandinavien, Griechenland, Spanien, Italien, Grossbritannien, Frankreich, Österreich, Deutschland und natürlich die Schweiz. Wir waren oft mehrere Wochen am Stück unterwegs und waren ein perfekt eingespieltes Team, sodass wir – zwei grossgewachsene Menschen, wohlverstanden – uns sogar auf kleinstem Raum stets bestens arrangieren konnten und uns nie in die Quere kamen.

Wenn wir nicht gerade irgendwo durch die grosse, weite Welt tuckerten, werkelten wir an unserem Häuschen herum. Einem charmanten, ehemaligen Bauernhaus, Baujahr 1830, mit angebauter Scheune und viiiieeeeeel Umschwung. Jede freie Minute steckten mein Mann und ich in das Haus. Ich sprudelte nur so vor kreativen Ideen, was wir wo und wie noch optimieren oder umbauen könnten. Mein Mann war nicht nur ein verdammt geduldiger Zuhörer, sondern auch ein begnadeter Handwerker. Und so verwirklichten wir gemeinsam einige unglaublich tolle Bau-Projekte. Hätte es den HeimwerkerKing damals schon gegeben, wir wären die grössten Fans gewesen, wetten?! 🙂

Zum Millenium-Wechsel bereisten wir Australien: einmal rundherum und kreuz und quer durchs Outback lautete die Devise. Auf dieser Reise entdeckte ich eine weitere grosse Leidenschaft: Vögel. Exotische Vögel. Papageien und Kakadus, um genau zu sein. Stundenlang konnte ich rücklings auf dem Boden liegen, in den Himmel starren und dem fröhlichen Gezwitscher unserer gefiederten Wegbegleiter frönen.

Nach 27’000 staubigen Kilometern flogen wir schliesslich von Downunder nach Hause zurück. Und siehe da: zufällig hatte ein Kollege meines Mannes, ein Vogelzüchter, grad ein niedliches Nymphensittich-Männlein zu vergeben. Wir zögerten, wollten auf keinen Fall ein Einzeltier und für mehr fehlte uns zu dem Zeitpunkt definitiv der Mut. Nachdem uns der Kollege jedoch anbot, dass wir den Knirps bei Nichtpassen einfach wieder an ihn zurückgeben könnten, waren wir mit dem Deal einverstanden. Und natürlich wollten wir den süssen, kleinen Piepmatz nie wieder hergeben 😍 So kam es, dass wir eines Tages eine drollige, farbenfrohe kleine Vogelschar beherbergten. Ich liebte es, das muntere Treiben unserer Sittiche zu beobachten. Stun-den-lang.

Tschüss altes Leben

Im Herbst 2011 endete mein altes Leben. Zugegeben etwas abrupt, aber hey! lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Hintergründe gehören nicht hierhin. Fakt ist, dass ich von einem Tag auf den anderen allein dastand: ohne Haus, ohne Vögel, ohne Mann… Das Einzige, was von meinen „alten“ Leidenschaften nicht per se abgehakt werden musste, war das Reisen und so sagte ich zu mir:“wenn du jetzt sogar das Reisen aufgibst, dann hast du verloren!“

Ich verliere nicht gerne und so flog ich am 29. Dezember 2011 kurzentschlossen einer Freundin nach Barcelona hinterher, die Weihnachten bei ihrer katalanischen Familie verbrachte.

Hallo Barcelona, hallo neues Leben!

Meine Freundin und ich feierten Silvester tanzend auf den Ramblas von Barcelona und ich wusste in dieser Nacht, dass der erste, kleine und doch ganz grosse Schritt in mein neues, völlig unabhängiges, freies Leben geschafft war. Barcelona hat seither übrigens einen fixen Platz auf meiner jährlichen Reise-ToDo-Liste. Ehrensache, quasi ❤
Mehr zu Barcelona gibt’s übrigens im Artikel 6 Tipps für einen perfekten Tag in Barcelona.

Viele Leute wollten mir damals, in der Phase meines Neubeginns, Mut zusprechen, indem sie sagten, dass ich bestimmt wieder einen Partner finden würde, mit dem ich tolle Reisen unternehmen würde. Doch für mich war stets klar, dass ich das eine auf keinen Fall vom anderen abhängig machen durfte. Nein, ich wollte nicht Däumchen drehend auf «Mister Right» warten, sondern meinen eigenen Weg gehen – ohne Wenn und Aber.

Es war eine sehr intensive Zeit damals und natürlich hatte ich deutlich mehr Fragen als Antworten im Kopf, wie mein Leben wohl weitergehen wird. Aber egal, jetzt hiess es primär mal einfach am Ball zu bleiben, mutige und realistische Schritte zu planen und umzusetzen – erhobenen Hauptes, den Blick stets nach vorn gerichtet…

 

 

2015 – Mein Judihubiläumsjahr!

Das Jahr 2015 war mein ganz persönliches Judihubiläumsjahr. Vier unglaubliche Jahrzehnte wurden voll. Das muss einem a) erst mal einer nachmachen und will b) natürlich gebührend gefeiert sein. Da ich jedoch keine Persönlichkeit bin, die sich gerne in der grossen Runde feiern lässt, disqualifizierte sich eine Party von vornherein. Also schmiedete ich andere Pläne…

Bereits der Auftakt in das Jahr 2015 war ziemlich feudal. Der 1. Januar 2015 war nämlich der letzte Tag einer zweiwöchigen Biketour durch die Karibik-Insel Kuba. Der Start in diesen Tag (und damit auch ins neue Jahr) war allerdings buchstäblich zum kotzen. Herrje, da hatte ich an der Silvestertafel einmal was anderes als Reis und schwarze Bohnen (in Kuba gabs sonst eigentlich nur Reis und schwarze Bohnen) gegessen und paff! hatte ich mir eine mörderische Magen-Darm-Verstimmung eingefangen 😏 Ich will diese besch*** Geschichte hier nicht näher ausführen. Als positiv denkender Mensch, sieht man aber natürlich rasch die Vorteile aus einer solchen Situation: das Jahr konnte nur besser werden! Und wisst ihr was? Es wurde besser. Viel besser. Auf einer Skala von „Gaga“ bis „Giga“ verdient es in der Nachbetrachtung ein glattes „Tschaggaaa“!!! 👏

Zurück in der Schweiz traf ich ein, zwei grundlegende Entscheidungen, um mich von blockierenden Denkmustern zu befreien. Bald war ich bereit und in der Lage so richtigrichtigrichtig gross zu denken und besuchte Ende Januar die Ferien- und Sportmesse FESPO in Zürich.

Ich muss schon sagen, die quirlige Dame am Mexiko-Stand – sie war unwesentlich grösser, als der Sombrero, den sie trug – machte einen verdammt guten Job. Jedenfalls liess ich mich mit diversen Prospekten eindecken, obschon ich Mexiko bisher gar nicht wirklich auf meinem Beuteschema hatte. Auffallend viel Zeit verbrachte ich dann schliesslich in der Afrika-Ecke der FESPO und dies nicht ganz überraschend, denn Afrika taucht in meiner #Bucketlist selbst heute noch gleich mehrmals auf.

Bereits in der Woche nach der FESPO machte ich Nägel mit Köpfen und buchte:

Wie das Leben manchmal so spielt, kamen dann halt noch ein paar „Kleinigkeiten“ dazu, die da waren:

  • ein Wohnungs-Wechsel (April)
  • ein Städtetrip nach Dresden (Mai)
  • eine Woche Schottland (Juni)
  • ein neuer Job (August) und natürlich
  • mein jährlicher Ehren-Trip nach BarceLOVEna (November)

Puh, irgendwie war ganz schön viel los 😉 Ich möchte keine einzige Sekunde dieses wundervollen Jahres missen. Keine einzige!

Meinen runden Geburtstag selbst verbrachte ich Ende Juli übrigens recht entspannt:

  • den Vormittag bei der wunderbaren kleinen Familie meines Zwillingsbruders (der übrigens zufällig auch grad was zu feiern hatte 😉) in der Ostschweiz und
  • den Abend bei einem gemütlichen Apéro-Riche mit einer kleinen Gruppe gutgelaunter Menschen in meinem erst kurz davor bezogenen neuen Heim mit Penthouse-Feeling ❤

Ich freue mich, euch zu einigen der oben aufgeführten Punkte die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Hier, auf diesem Kanal. Stay tuned.